Die Hauptstadt des schwarzen Kaviars

Die Region Astrachan ist im Süden Russlands gelegen. Die Hauptstadt der Region, die Stadt Astrachan, befindet sich 1400 km von Moskau entfernt auf 11 Inseln des Kaspischen Tieflandes im oberen Teil der Wolga.
Die Stadt wurde im XIII. Jahrhundert, in der Zeit der Goldenen Horde, am Schnittpunkt der Handelswege von West nach Ost gegründet. Nach der Eroberung des Astrachan-Khanats durch Zar Iwan den Schrecklichen im Jahr 1556 wurde es Teil Russlands.
Astrachan ist das älteste kulturelle und wirtschaftliche Zentrum der Unteren Wolgaregion, neben Jaroslawl, Wladimir und Sankt Petersburg eine der historischen Städte des Landes.
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Sonnenbrille, Sonnencreme und Kopfbedeckung. Mit diesen Accessoires im Gepäck beginnt die Reise nach Astrachan mit ihrer heißen Sonne und dem trockenen Klima. Im Sommer, wenn die Temperatur im Schatten +40ºC erreicht, hat man sehr viel Durst, daher ist es empfehlenswert, eine Flasche Trinkwasser mitzunehmen, um nicht durch die Suche danach Zeit für die Besichtigung der in Astrachan reichlich vorhandenen Sehenswürdigkeiten zu verlieren.
Historische und architektonische Denkmäler, verschiedene Museen, malerische Parks und Plätze schmücken die Stadt und verleihen der lokalen Umgebung einen einzigartigen Charakter. Astrachan ist übrigens eine ziemlich «grüne» Stadt — es ist verboten, nicht nur Bäume zu fällen, sondern auch Äste abzubrechen.
Die Uferpromenade von Astrachan mit ihren Skulpturen und Brunnen ist ein guter Ort, um sich zu treffen und entlang der Wolga spazieren zu gehen, dem längsten Jerik Europas — so nennen die Einheimischen die Flüsse. Zu verschiedenen Tageszeiten, wenn man entlang der Uferpromenade spazieren geht, kann man die Fischer sehen, wie sie mit den Angelruten Schwarzrücken-Heringe, Woblas, Silberkarpfen und andere Bewohner der Wolga fischen.
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Hinter der auf dem Hauptplatz der Stadt aufgestellten Statue des Gründers des Sowjetstaates Wladimir Lenin befinden sich die Gebäude des Astrachan-Kremls. Er ist bis heute gut erhalten und berichtet in seinen Ausstellungen ausführlich über die Geschichte dieser Festung.
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Auf dem Weg aus dem Kreml lohnt es sich, den Fischmarkt «Selenskie Isady» zu besuchen. Dort ist das größte Angebot an Kaviar und Fisch der Region zu finden, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Wobla liegt. Diesem Fisch, der während des Großen Vaterländischen Krieges Tausende von Menschen vor dem Hungertod rettete, errichteten dankbare Bürger der Stadt das Denkmal «Wobla-Ernährer».
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Im Allgemeinen ist die Zucht wertvoller Fischarten — Störe, Sterlets, Europäische Hausen — eines der traditionellen Handwerke der Region Astrachan. Gleichzeitig ist die Extraktion von schwarzem Kaviar keine ganz traditionelle Methode: Spezialisten «melken» den Kaviar, sie massieren den Fischbauch und retten so das Leben der weiblichen Tiere.
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«Wassermelonen sollten gegessen werden, wenn die Fliegen beißen», sagt man in Astrachan, was das Ende des Sommers bedeutet. Es ist jedoch nicht angegeben, wann sie getrunken werden kann, so dass die Astrachan-Bowle zu jeder Jahreszeit zubereitet werden kann. Dazu wird Champagner in die Wassermelone gegossen, der Inhalt mit einem Mixer direkt in der Riesenbeere abgeschlagen, gekühlt, in Gläser mit Eis gegossen und durch einen Strohhalm wird dann der frische rosa Cocktail getrunken. Astrachaner machen viele Dinge aus Wassermelone! Sie wird verwendet, um Marmelade, Kompotte, Salate, süße kandierte Früchte und andere Gerichte zuzubereiten, und außerdem noch um sie zu salzen und zu marinieren.
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In der Stadt selbst leben Vertreter von mehr als 200 Nationalitäten mit ihren Traditionen und Ritualen zusammen, die sich schließlich zu einem bunten Muster verflechten. Mischehen sind hier keine Seltenheit, und die Mehrsprachigkeit liegt in einer Größenordnung, die sich in der Kommunikation der Bürger untereinander und auch in der lokalen Presse widerspiegelt. Wenn man durch die Stadt spaziert, sieht man auf den Schildern eine lustige Mischung aus Namen von Straßen, Städten und Flüssen, die aus der russischen, tatarischen und kasachischen Sprache stammen.

Die orthodoxe Kirche befindet sich neben der Moschee, und am Ufer der Wolga befindet sich ein buddhistischer Tempel, über den niemand überrascht ist. Außerdem ließen die Muslime während der Zeit der Religionsverfolgung nicht zu, im Jahr 1939 die orthodoxe Kirche St. Wladimir zu zerstören, die bis heute in der Stadt genutzt wird.
Unabhängig von der Religion sind die Einwohner der Stadt es gewohnt, gemeinsam Feste zu feiern — ob tatarisches Sabantui oder russisches Masleniza, muslimisches Nouruz oder christliches Ostern.
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